Im letzten Blogpost haben wir uns angesehen, mit welchen Methoden man schneller Vokabeln lernen kann, und das auch noch mit mehr Spaß und Kreativität! Vor allem jüngere Schüler können von diesen Techniken profitieren, aber auch ihr, liebe Oberstufler, dürft gerne damit arbeiten! Trotzdem habe ich heute noch ein paar weitere Werkzeuge in petto, mit denen Vokabellernen vor allem auf der Zielgeraden einer Schulkarriere leichter funktionieren kann!

Mind-Mapping: Der Klassiker neu erfunden!

Mind-Mapping kennt ihr. Alle. Behaupte ich zumindest. Es ist eine Lernmethode, die aus dem englischen Sprachraum stammt und vor allem von Tony Buzan geprägt wurde. Meist verwendet man Mind-Maps, um Lernstoff übersichtlich darzustellen oder einfach generell Struktur in ein Thema zu bringen. Aber auch zum Vokabellernen kann eine Mind-Map hilfreich sein. In der Oberstufe geht es immer mehr darum, sogenanntes Themenvokabular zu lernen, also zusammengehörige Vokabeln zu einem übergeordneten Thema. Das liegt auch daran, dass im Unterricht oft nach verschiedenen Themen vorgegangen wird. Erst spricht man über Politik, dann über Wirtschaft, danach über die Umwelt. Entsprechend wichtig ist es, zu diesen einzelnen Themenbereichen Fachvokabular abrufbereit auf dem Schirm zu haben. Und genau das klappt gut mit Mind-Maps. Schreib dein Schwerpunktthema in die Mitte und dann alle zum Thema passenden Vokabeln, die Du kennst, in die Mind-Map! Denk aber auch an solche, die Du Dir aus geeigneten Artikeln und Fachtexten neu erarbeitet hast. So bekommst Du eine erstklassige Übersicht über relevantes Fachvokabular und bist bestens vorbereitet, wenn es beispielsweise darum geht, einen englischen Essay zu einem speziellen Thema zu verfassen!

Generell extrem wichtig: Kontext!

In der Oberstufe bestehen die Klausuren und Abiturprüfungen nicht mehr aus Lückentexten und ähnlichen Grammatikübungen. In Formaten wie „Questions on the text“, „Composition“ und „Mediation“ geht es um flüssige und adressatenangemessene Textproduktion, also um den authentischen Umgang mit Sprache auf hohem Niveau. Aus diesem Grund wird es aber auch immer wichtiger, Vokabeln nicht isoliert mit deutschen 1:1-Entsprechungen zu lernen, sondern sie im Kontext gebrauchen zu können. „Handsome“ und „pretty“ beispielsweise mögen im Deutschen beide mit ‚gutaussehend‘ oder ‚hübsch‘ übersetzt werden können. Ganz so einfach ist es aber nicht, denn „pretty“ wird in der Regel nur für Frauen benutzt (Der bekannte Film „Pretty Woman“ kann hier eine Merkhilfe sein.), während „handsome“ den Männern vorbehalten bleibt. Daher gilt: Der Kontext einer Vokabel ist das A und O in der Oberstufe! Das bestätigen übrigens auch zahlreiche Sprachwissenschaftler.

Und wie setze ich das mit dem Kontext jetzt um? Die klassische Lösung: Karteikarten!

Altbekannt und definitiv empfehlenswert: Karteikarten und die zugehörigen Systeme. Karteikarten sind leicht zu beschriften (natürlich mit dem sprachlichen Kontext!) und ermöglichen es Dir, überall zu lernen. So kannst Du auch Leerlaufphasen Deines Alltags zum Lernen nutzen, also wenn Du beim Arzt im Wartezimmer sitzt oder auf den Bus wartest. Das ist einfach praktisch und entlastet Dich in Deiner Freizeit! Oft kann man Karteikarten mit Kästen kombinieren, die wiederum mehrere Fächer haben. Die Idee dahinter ist, dass die Karte jedes Mal, wenn Du das Wort darauf weißt, ein Fach im Kasten nach hinten wandert. Wenn die Karte ganz hinten angekommen ist, solltest Du das Wort in seinem Sprachkontext sicher beherrschen. Dieses Vorgehen basiert auf dem Wissen, das wir über Wiederholungen beim Lernen haben und ist daher absolut sinnvoll! Es gibt auch ordentliche Software-Varianten zum klassischen Karteikasten.

Ausblick: Wie geht es weiter?

Zum Thema Vokabeln wurde jetzt viel gesagt. Im nächsten Beitrag gibt es weitere spannende und leicht umsetzbare Lerntipps! Lasst Euch überraschen, was das nächste Thema sein wird!