Jeder Schüler kennt das leidige Pauken von Vokabeln. Egal, in welchem Stadium und in welcher Fremdsprache man gerade unterwegs ist: Vokabeln müssen sein, denn wie soll man sich in einer Sprache ausdrücken, ohne Dinge benennen zu können, ja sich überhaupt ausdrücken zu können? Also ran an das „gute“, alte Vokabelheft mit den klassischen zwei Spalten! Oder gibt es vielleicht noch andere, etwas „aufregendere“ und vor allem zielführendere Techniken? Die gibt es! Und um die wird es hier in diesem Text gehen! Teil 1 behandelt vor allem Techniken für die Unter- und Mittelstufe.

Spielerisch zum Erfolg

Eine Möglichkeit, die vor allem bei jüngeren Schülern gut ankommt, sind Lernspiele. Es bieten sich hier vor allem Puzzles und Memory-Spiele an und das Schöne daran ist, dass die Herstellung ganz einfach ist. Will man beispielsweise zehn Englisch-Vokabeln lernen, nimmt man einfach zwanzig Blanko-Karten zur Hand und beschriftet zehn davon mit den englischen Wörtern und die anderen zehn mit den deutschen Entsprechungen. Jetzt einfach umdrehen, das klassischen Memory spielen und Spaß haben! Das Vorgehen beim Puzzle ist ähnlich unkompliziert. Man nimmt einfach ein Blatt zur Hand und notiert die deutschen und die zugehörigen englischen Wörter nah beieinander, bevor man dann das Blatt so zerschneidet, dass die zusammengehörigen Paare getrennt werden. Nun gilt es, alles wieder richtig zusammenzusetzen. Lernspiele haben den großen Vorteil, dass sie eine willkommene Abwechslung zum meist sehr monotonen Vokabelpauken darstellen. Die Kinder und Jugendlichen haben Spaß und die Vokabeln gelangen mehr oder weniger automatisch während des Spielprozesses ins Gedächtnis! Es gilt: Ausprobieren, Erfolg und Spaß haben! Dieses Vorgehen funktioniert übrigens auch prima für Fremdwörter, die einfach nicht in den Kopf wollen!

Kleiner Zusatztipp: Für unregelmäßige Verbformen, bei denen es keine Zweier-, sondern vielmehr Dreierzuordnungen zu lernen gilt, kann alternativ auch ein Quartettspiel angefertigt werden!

Mit Bildern zum Erfolg

Die bildhafte Vorstellung – oftmals ist sie für unser Gedächtnis wie Kommunikation in seiner eigenen Muttersprache! Gedächtniskünstler, bekannt aus verschiedenen Fernsehshows, arbeiten alle damit! Unser Gehirn springt nämlich einfach unheimlich schnell auf Bilder an; kann sie leicht verstehen, schnell abspeichern und auch zuverlässig abrufen! Wie kann man sich aber Bilder beim Vokabellernen zunutze machen? Da gibt es viele Möglichkeiten…

Wirklich einfach sind Vokabelbilder. Hier geht es darum, in das Schriftbild des Wortes ein thematisch passendes Bild einzubauen. Das könnte in etwa so aussehen:

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Neben dem Schriftbild hat man so auch noch einen visuellen Anker, um sich die Bedeutung des Wortes schnell einprägen zu können.

Denkbar und sehr effektiv sind auch Mnemotechniken, hier insbesondere die sogenannte Brückenmethode: Man lernt nicht stupide deutsche Begriffe und deren fremdsprachliche Entsprechung, sondern man baut zwischen den beiden Sprachen gewissermaßen eine akustische Brücke. Das geht folgendermaßen: Will man sich beispielsweise das englische Wort „tower“ einprägen, so gilt es in einem ersten Schritt, ein deutsches Wort zu finden, das einfach ähnlich klingt. Ich schlage „Tau“ vor. Im zweiten Schritt brauchen wir die Bedeutung von „tower“, also „Turm“, und versuchen nun, die deutsche Bedeutung und die Klangverbindung in einem möglichst verrückten Fantasiebild miteinander zu verknüpfen. Man stellt sich an dieser Stelle also zum Beispiel einen hohen Turm aus massivem Stein vor, der von einem langen Tau umwickelt wird. Dabei hilft es, die Augen zu schließen und es ist an dieser Stelle ist wirklich notwendig, diese Fantasievorstellung vor dem inneren Auge „zu sehen“. Das war es auch schon. Hört man nun das Wort „tower“, denkt man sofort an die verrückte Vorstellung des mit einem Tau eingewickelten Turms und kommt über die klangliche „Brücke“ viel leichter wieder auf die Übersetzung der Vokabel. Auch hier gilt: Übung macht den Meister!

Ausblick: Wie geht es hier weiter?

Ich hoffe, der erste Blogeintrag hat gefallen! Hier ging es schwerpunktmäßig um Techniken vor allem für jüngere Schüler aus der Unter- und Mittelstufe. Im nächsten Blogpost gibt es gewissermaßen eine Fortsetzung zum Thema Vokabeln – mit einem Schwerpunkt auf die Oberstufe und das Studium! Viel Spaß und Erfolg bei der Umsetzung!