Es ist eine durchaus nicht neue Information, dass es beim Lernen grundsätzlich verschiedene Typen gibt. Manche Menschen verstehen sich besonders gut darauf, Informationen visueller Art aufzunehmen und zu behalten. Andere sind dazu in der Lage, Informationen auf dem akustischen Kanal überdurchschnittlich schnell zu verarbeiten und abzuspeichern und wiederum andere Personen sind im haptischen, praktischen Bereich außerordentlich stark. Man unterscheidet, dieser Kategorisierung entsprechend, visuelle, auditive und kinästhetische Lerntypen. Auch Kombinationen gibt es, sie sind, vor allem unter jungen Erwachsenen, nicht einmal eine Seltenheit. Man sollte an dieser Stelle unbedingt beachten, dass kein Lerntyp per se besser oder schlechter als ein anderer ist; vielmehr kann durch den Ansatz der Lerntypen schlicht gezeigt werden, dass Lernen in der Tat ein sehr individueller Prozess ist und weiter, dass es Aufgabe einer jeden Lehrperson ist, möglichst viele Lerntypen im Unterricht anzusprechen, um möglichst breites Verständnis der unterrichteten Inhalte sicherzustellen. Konkrete Ansätze für die Praxis sollen daher das Thema dieses Beitrags sein.

Der visuelle Lerntyp: All eyes on you!

Kurz und knapp könnte man sagen: Veranschaulichung geht über alles! Das ist sicherlich auch korrekt und ein absolut zentraler Ansatz beim Unterrichten visueller Lerner. Konkret kann dies über Skizzen und Grafiken in schneller Form erfolgen, hat man mehr Zeit, bietet es sich auch an, auf größere Lernplakate oder Mind-Maps zurückzugreifen, die im Anschluss gemeinsam im Schulungsraum aufgehängt werden können, sodass die unterrichteten Inhalte wirklich dauerhaft präsent bleiben können. Neben der Visualisierung spielt jedoch auch Ordnung eine große Rolle. Sie ist für visuelle Lerner enorm wichtig. Hinzu kommt, dass im Unterricht mit verschiedenen Farben gearbeitet werden sollte, um es den visuell geprägten Auszubildenden zu ermöglichen, zusammengehörige Inhalte schnell als solche zu identifizieren.

Der auditive Lerntyp: Listen up!

Auditive Lerner müssen intensiv auf ihrem Hörkanal bedient werden. Aus der Sicht eines Unterrichtenden sollten also auch durchaus längere rein mündliche Passagen in den Unterricht integriert werden, ohne natürlich in stundenlange Monologe abzudriften. Diskussionen bieten sich an dieser Stelle als sinnvolle Alternative an. Zudem sollte man auditiven Lernern den Tipp mitgeben, das eigene Smartphone zum Lernen zu nutzen. Dies geschieht, indem die Lernenden ihren Stoff auf das Gerät aufsprechen und diesen nun jederzeit in Leerlaufphasen des normalen Alltags anhören können. Auf diese Weise lässt sich Lernen elegant in den Alltag integrieren. Außerdem kann leise Musik im Hintergrund eine konzentrationsfördernde Wirkung haben.

Der kinästhetische Lerntyp: Lass mich mal machen!

Kinästheten brauchen praktisches Erleben des Stoffs im Unterricht. Bleiben Inhalte auf einer rein theoretischen Ebene, besteht die Gefahr, dass kinästhetisch geprägte Auszubildende Verständnisprobleme bekommen und im schlimmsten Fall komplett abschalten. Praxisbezug ist also essentiell und kann etwa durch Requisiten oder Projektarbeiten erreicht werden. Auch Experimente bieten sich bei manchen Inhalten an. Bezüglich der Sozialform sollte man als Lehrender immer wieder auf Partner- und Gruppenarbeiten zurückgreifen, da in solchen Übungsformen die Lerneraktivität besonders hoch ist, was Kinästheten massiv hilft. Kleinere Bewegungsübungen helfen außerdem sehr beim Konzentrieren und runden somit den Empfehlungskatalog für kinästhetische Lerner ab.

Fazit

Es ist sicherlich eine komplexe Aufgabe, alle Lerntypen im alltäglichen Unterricht ausgiebig genug zu berücksichtigen. Dieser Beitrag will Anregungen geben, um diese anspruchsvolle Aufgabe durch praxisnahe und gut umsetzbare Hinweise ein wenig zu erleichtern.