Ein guter und sinnvoller Austausch über berufliche Inhalte ist häufig eine gute Möglichkeit, diese zu lernenden Sachverhalte vertieft zu verstehen und dauerhaft im Gedächtnis zu behalten. Hinzu kommt, dass diese Art des Lernens meist gut in den (Arbeits-)Alltag integrierbar ist. Konkrete Hinweise zum Vorgehen sowie Potenziale der Methode „Lernen im Team“ im Rahmen der Ausbildung sollen das Thema dieses Beitrags sein.

Lernen mit anderen – konkrete Anwendungsmöglichkeiten

Denkbar sind einmal natürlich konkrete Termine, die einen Austausch über gerade aktuelle Themen forcieren. Insbesondere im Rahmen einer Ausbildung ist es denkbar, sogenannte „Lernzeiten“ einzurichten, zu denen die Auszubildenden gezielt gemeinsam an Lerninhalten arbeiten, sie sich gegenseitig präsentieren und über sie diskutieren. Für dieses Vorgehen ist es sinnvoll und unbedingt zu empfehlen, auf einen Dreischritt zu achten und den jungen Mitarbeitern zuerst Zeit zur Vorbereitung einzuräumen. Lernen im Team funktioniert schließlich unter anderem deshalb so gut, weil im Rahmen der eigenen Vorbereitung darauf geachtet wird, dass das Thema selbst verstanden und in einer logischen Reihenfolge aufbereitet wird. Allein dieser Schritt fördert das eigene Verstehen bereits enorm. Erst in einem zweiten Schritt, also nachdem jeder für sich eine solide inhaltliche Grundlage gelegt hat, kommt es zum eigentlichen Austausch der Informationen (und damit zum eigentlichen Lernen im Team). Dabei ist es durchaus hilfreich, wenn die Auszubildenden in eine „Lehrerrolle“ schlüpfen und ihren Kollegen die Inhalte präsentieren, bevor dann abschließend darüber diskutiert wird. Dinge selbst zu erklären und gegebenenfalls sogar vorzumachen führt nämlich zu einer intensiven Elaboration der Inhalte, was wiederum ein recht festes Verankern im Gedächtnis zur Folge hat. Intensiviert wird dies wiederum durch eine weiterführende Anschlussdiskussion.

Außerdem denkbar und hilfreich sind zudem Projektarbeiten. Darunter fallen Experimente in chemischen Ausbildungsberufen oder auch handwerkliche Arbeiten, vorzugsweise im gewerblichen Ausbildungsbereich. Auch für kaufmännische Berufe ergeben sich Möglichkeiten. Die jungen Menschen werden im Rahmen von Projektarbeiten dazu angeregt, Rollen und Aufgaben untereinander zu verteilen sowie zusammen an einem großen gemeinsamen Ziel zu arbeiten. Nicht selten werden dabei Synergieeffekte frei und die Auszubildenden begreifen regelrecht, dass sie in der Gruppe mehr erreicht haben, als die Summe der Einzelleistungen ergeben hätte. Ein Arbeiten nah an der Berufspraxis wird somit erprobt und erlernt. In aller Regel bieten Projektarbeiten zudem eine willkommene Abwechslung und machen schlicht und ergreifend Spaß, nicht zuletzt, da eine unmittelbare Relevanz für den späteren Berufsalltag in der Regel klar erkennbar ist.

Eine weitere Möglichkeit, Lernen im Team zu forcieren ist Mind-Mapping, also eine Lerntechnik, die eigentlich in der Regel alleine angewandt wird. Insbesondere umfangreiche Themenkomplexe ermöglichen aber eine Erprobung der Technik auch im Team. Entscheidend dabei ist eine Arbeits- und Rollenverteilung unter den Auszubildenden vorab. Mind-Maps haben zudem den Vorteil, dass sie nach der Erstellung gut sichtbar im Schulungsraum platziert werden können und den jungen Menschen somit im wahrsten Sinne des Wortes stets präsent sind.

Potenziale der Methode „Lernen im Team“

Besonders ist hier natürlich die extrem tiefe Verarbeitung der Inhalte anzuführen. In der Regel werden sie schließlich mehrfach durchdrungen, einmal in der eigenständigen Vorbereitung, ein weiteres Mal im Rahmen einer Präsentation oder Vorstellung vor anderen und zuletzt nochmals intensiv in einer Diskussion. Dies fördert die Elaboration des Stoffs in Richtung Langzeitgedächtnis sehr. Nicht zu vergessen sind allerdings auch die Auflockerung und der Praxisbezug; Dinge, die nicht zuletzt für praktische, sogenannte kinästhetische Lerner essentiell sind. Wie bei so vielen Lerntechniken gilt zudem natürlich, dass eine regelmäßige Anwendung den Erfolg der Technik immer weiter steigert. Übung macht den Meister!